Die vorletzte Runde vor dem großen Finale steht an: Die neunte von zehn Konzertwochen der Weilburger Schlosskonzerte 2019 beginnt. Sieben Konzerte an drei Tagen, das hat es noch einmal in sich.

Ganz konsequent dem Titel verpflichtet ist der Intendant der Weilburger Schlosskonzerte, Stephan Schreckenberger, bei der Zusammenstellung des Konzertes am Freitag, 26. Juli, um 20 im Renaissancehof vorgegangen. Bei „Barock pur“ trifft Temperament auf Seele: Die russische Oboistin Maria Sournatcheva spielt mit dem Musica Viva Orchester Moskau Werke von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi. Die Echo Klassik-Preisträgerin ist ein echter Hochkaräter unter den Oboisten und hat bereits bei ihrem Konzert im Vorjahr das Publikum unter Standing Ovations vom Sitz gerissen. Es gibt nur noch Karten in ausgewählten Kategorien.

Ab Freitag, 26. Juli, vollziehen die Weilburger Schlosskonzerte unter der Federführung von Nina Gurol, Klavier, einen „Perspektivwechsel“ – so heißt das neue Format im Veranstaltungskalender. Sie laden das Publikum ein, im Teil 1 „Reise ins Innere“ (Freitag, 26.07. 20 Uhr Untere Orangerie), im Teil 2 „Balanceakt“ (Samstag, 27.07. um 20 Uhr, Untere Orangerie) und im Teil 3 „Gesprächskonzert Grenzerfahrungen“ (Sonntag, 28. Juli um 19 Uhr in der Oberen Orangerie die Musiker auf ihrem Weg in ihre eigene Welt zu begleiten. Ein Thema, drei Konzerte für Neugierige, Junggebliebene und Junge, die sich darauf einlassen wollen, sich der Reise ins Innere der Musik zu stellen. Die drei Konzerte bauen thematisch aufeinander auf, es gibt gestaffelte Preise für die, die alle drei Konzerte besuchen möchten. Sie lassen sich aber auch gut einzeln erleben. Mit im musikalischen Boot ist bei Teil 1 der renommierte Cellist Benedikt Klöckner, und die junge Geigerin Johanna Ruppert, der Teil 2 wird von Nina Gurol und Benedict Kloeckner gestaltet. Die Herzen der drei schlagen für die sogenannte „zeitgenössische Musik“. Zur multimedialen Verstärkung ist Paul Bießmann mit in die Konzeption eingebunden.

Parallel dazu betreten am Samstag, 27. Juli um 20 Uhr „The Queen’s Six“, die üblicherweise vor Ihrer Majestät Queen Elisabeth II. singen, die Bühne der Schlosskirche. Das Ensemble der sechs Vokalsolisten könnte durchaus als Haus- und Hofmusiker der Royals bezeichnet werden, treten sie doch beinahe täglich bei Empfängen und in der Schlosskapelle von Windsor Castle auf. „Im Auftrag Ihrer Majestät“ widmen sich die sechs mit dem typischen „British Sense of Humour“ der Musik von „Royal Windsor – Then and Now“, alter Hofmusik im ersten und Aktuellem im zweiten Teil, bei dem auch Anklänge an die Beatles nicht fehlen dürfen. Es gibt nicht mehr viele Karten.

„Italienische Souvenirs“ verspricht das Ensemble „Der musikalische Garten“, dem Germán Echeverri Chamorro und Karoline Echeverri Klemm, Violine, Annekathrin Beller, Violoncello und Daniela Niedhammer, Cembalo, angehören. Seinen prägenden Namen fand das Ensemble im Vergleich mit einem musikalischen Garten, in dem auf verschlungenen Wegen immer neue Wege beschritten werden, um unbekannte Pretiosen neu zu entdecken. Aus Leidenschaft wird in der letzten Matinee dieser Konzertsaison am Sonntag, 28. Juli um 11 Uhr in der Oberen Orangerie Musik, wenn sich die Vier der Perlen der Barockmusik von Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Francesco Geminiani u.v. a. annehmen. Es gibt noch Karten.

„Verrückt nach Mozart? Oder doch lieber Beethoven?“ Beim Konzert am Sonntag, 28. Juli um 19 Uhr im Renaissancehof ist gar keine Entscheidung nötig, denn es steht von jedem der beiden Komponisten ein Klavierkonzert auf dem Programm. Der erste Teil des Konzerts gehört Mozart mit seiner Ouvertüre zur Oper „La Finta semplice“ und dem Klavierkonzert A-Dur KV 488. Die zweite Konzerthälfte ist Beethoven mit seinem Klavierkonzert Nr. 2 in B-Dur gewidmet. Vorhang auf für das Südwestdeutsche Kammerorchester mit seinem smarten Dirigenten Timo Handschuh und den beiden Preisträgern des Klavierwettbewerbs „International Pianoforum Frankfurt“ Hans H. Suh und Andrejs Osokins.

Der Abstecher „Weilburger Schlosskonzerte unterwegs … in Limburg“ ist als Erfolgsgeschichte im Veranstaltungskalender der Internationalen Musikfestspiele fest etabliert. Ohne Wenn und Aber unter freiem Himmel lebt auf der Limburger Domplatte am Freitag, 19. Juli um 20 Uhr mit „With Pomp and Circumstance“ die begeisterte Atmosphäre der Londoner Sommerkonzerte auf. Dabei geben die Nürnberger Symphoniker unter dem Dirigat von Ljubka Biagioni zu Guttenberg open-air ihr Debüt vor den sieben Türmen des Limburger Doms. Mit dabei ist Annelien van Wauwe, Klarinette, die dort mit Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur alle Sehnsuchtsgefühle bündelt, denn der zweite Satz des Konzerts bringt spätestens seit seinem Einsatz als Filmmusik in „Jenseits von Afrika“ alle Herzen zum Schmelzen. Natürlich darf „With Pomp and Circumstance“ von Elgar als Namensgeber in einem so prominenten Programm nicht fehlen.

Ein „mobiles“ Kartenbüro, das ab 19 Uhr geöffnet sein wird, ist dann vor Ort, um die restlichen Konzertkarten direkt vor dem Konzert zu verkaufen. Aber, wer sich nicht darauf verlassen möchte, dort noch fündig zu werden, dem rät Miriam Kunz, Geschäftsführerin der Weilburger Schlosskonzerte das Glück nicht überzustrapazieren und lieber rechtzeitig das erforderliche Kontingent zu reservieren.

„Bella Italia, Vive la France“ heißt es am nächsten Abend um 20 Uhr im Renaissancehof des Weilburger Schlosses, wenn die Nürnberger Symphoniker unter ihrer Dirigentin Freifrau von und zu Guttenberg die Weilburger Bühne erobern. Von der Ouvertüre zu „L’Italiana in Algeri“ von Rossini geht es zum Konzert für Violoncello und Orchester d-Moll von Èdouard Lalo. Dabei ist der Meistercellist Maximilian Hornung eine herausragende Besetzung und dem Weilburger Publikum von früheren Auftritten bestens bekannt, denn man weiß, dass er gerne nach den Sternen greift. Große Erfolge feierte er bereits als Duopartner von Anne-Sophie Mutter mit dem London Philharmonic Orchestra. Als Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs und darüber hinaus ausgezeichnet mit dem ECHO Klassik, hat er für den Renaissancehof das selten gespielte Virtuosenstück mitgebracht, das bis heute einen unvergleichlichen Charme verströmt und alle in seinen Bann zieht. Es gibt noch Karten in einigen Kategorien.

Seeungeheuer, Gespenster, Nebel und grüne Hügel prägen das Bild des schottischen Hochlands in den Köpfen. Wenn Samantha Gaul, Sopran, Theodore Browne, Tenor, Gabriel Rollinson, Bass, Niklas Liepe, Violine, Benedict Kloeckner, Cello und Andreas Frese, Klavier, das am Sonntag, 21. Juli um 11 Uhr in der Oberen Orangerie musikalisch umsetzen, kommen „Beethovens Schottische Lieder“, die zwischen Folk und Klassik die Hörer in den Bann ziehen, heraus. Die Matinee ist ausverkauft.

Üppig, sinnlich, farbenfroh, so ist die Zeit des Barock und genau das vermitteln die Musiker bei „Carneval oriental“ am Sonntag, 21. Juli um 19 Uhr im Renaissancehof.

In der west-östlichen Begegnung mit unsagbarer Freude am gemeinsamen Musizieren, an gemeinsamen Klängen und gemeinsamer Leidenschaft, Freude an der Schönheit, die entsteht wenn unterschiedliche Kulturen etwas Gemeinsames schaffen, treffen das „Pera Ensemble“ und das Kölner Barockorchester „L‘arte des mondo“ hier aufeinander. Vielleicht ist es der melancholische Klang der osmanischen Instrumente für die tanzenden Rhythmen der Perkussion, das lebendige Spiel der farbenreichen barocken Instrumente und die Improvisationskunst, die sich zu einem üppigen Ganzen vermischen, das sich wahrhaft barock anfühlt. Die Solistin des Abends, Francesca Lombardi Mazzulli, Sopran, ausgebildet in Mailand und Ferrara, ist auch hier längst keine Unbekannte mehr. Sie war wiederholt als Gast am Stadttheater Gießen zu hören. Konzerte in der Alten Oper Frankfurt, im Festspielhaus Baden-Baden, in der Essener Philharmonie, in der Dresdner Frauenkirche, beim Rheingau Musik Festival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und in der Dubai Opera führten „L’arte del mondo“ rund um den Erdball. Ein barockes Feuerwerk, das seines Gleichen sucht, garantieren Werke von Claudio Monteverdi, Andre Campra, Jean Baptiste Lully, Georg Philipp Telemann und Antonio Vivaldi. Es gibt noch Karten.

Das Heeresmusikkorps Koblenz kommt nach Weilburg. Damit fängt das siebte von zehn Konzertwochenenden der Weilburger Schlosskonzerte 2019 bereits am Mittwoch, 10. Juli um 20 Uhr im Renaissancehof an. Das renommierte Blasorchester, das am Zusammenfluss von Mosel und Rhein zu Hause ist, legt Wert auf eine große Programmvielfalt, seine Erkennungsmelodie – wen wundert es? – ist der Marsch „Am wunderschönen Rhein“. Bei traditioneller Militär- und Marschmusik, anspruchsvollen Originalkompositionen, symphonischer Blasmusik, Film- und Musicalmusik, aber auch beim klassischen Bigband Repertoire ist für jeden etwas dabei. Es gibt noch Karten. Gruppen ab 10 bzw. 20 Personen erhalten bei diesem Konzert einen Rabatt von 10 bzw 20%.

So strahlend hell und klar ist der Ton der Trompete von Simon Höfele, der am Freitag, 12. Juli zusammen mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz um 20 Uhr im Renaissancehof konzertiert, dass er dem Konzert auch seinen Titel gibt. Seitdem der junge Trompeter den Wettbewerb des Deutschen Musikrats und den Sonderpreis des ARD-Musikwettbewerbs gewonnen hat, leuchtet sein Stern am Musiker-Firmament, seine Karriere ist kaum mehr aufzuhalten. Unter dem Dirigat von Nabil Shehata stehen die Trompetenkonzerte von Johann Nepumuk Hummel in E-Dur und Joseph Haydn in Es-Dur auf dem Programm. Sie harmonieren programmatisch wunderbar mit Beethovens 5. Sinfonie, der Schicksalssinfonie, einen der berühmtesten Werke der klassischen Musik. Der hessische Rundfunk, Medienpartner der Weilburger Schlosskonzerte, zeichnet das Konzert auf. Es gibt noch Restplätze.

Wer das Orchester noch einmal hören möchte, hat am Samstag, 13. Juli um 20 Uhr im Renaissancehof die nächste Möglichkeit. Dann verspricht der italienische Pianist Federico Colli zusammen mit der Deutschen Staatsphilharmonie mehr als eine feurige Stunde mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll op. 37 und Schumanns Frühlingssinfonie, von der Komponist seinerzeit sagte, sie sei in „feuriger Stunde geboren“. Auch dieses Konzert wird vom Hessischen Rundfunk aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet. Es stehen noch Konzertkarten zur Verfügung.

Ein beschwingter Sonntagvormittag beginnt am 14. Juli mit einer Matinee um 11 Uhr in der Oberen Orangerie des Weilburger Schlosses. Im traumhaften Ambiente spielt Dmitri Levkovich, Klavier, die zu Recht berühmten Chopin-Balladen und Préludes. Zusammen mit einem Gläschen prickelnden Champagner lässt sich der Tag kaum besser beginnen. Das Konzert ist ausverkauft.

Es ist Barockfest-Zeit bei den Weilburger Schlosskonzerten. Viele freuen sich auf dieses jährlich immer wieder kehrende, besondere Konzert im Veranstaltungskalender der Internationalen Musikfestspiele, das am Sonntag, 14. Juli, ab 15 Uhr mit zeitgleichen Konzerten in allen Spielstätten des Weilburger Schlosses stattfindet. Durch die persönliche Auswahl der zu besuchenden Konzertsäle kann sich jeder Besucher seine ganz eigene Konzertabfolge selbst zusammenstellen. Um vor Ort nicht lange überlegen zu müssen, gibt es das Programm des Barockfestes vor dem Konzert ab dem

13. Juli als Download unter www.weilburger-schlosskonzerte.de. So lässt sich Wichtiges und besonders Begehrtes vorher in aller Ruhe auswählen.

Die Veranstaltung wird von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt gestaltet. Es spielen Dozenten, Solisten und Ensembles Barockmusik, wie sie das Herz begehrt, mal vokal, mal konzertant. Nach einem Nachmittag voller Musik gibt es zum krönenden Ende des Barockfestes ab 19.00 Uhr das letzte Konzert des Tages in der Schlosskirche. Das Große fürstliche Gartenfest begleitet am Samstag, 13. und Sonntag, 14. Juli, unter dem Lindenboskett die Konzerte und liefert mit einem Angebot an Pflanzen aus dem Schlossgarten und kleinen kulinarischen Stärkungen vom Weltladen Regenbogen den passenden Rahmen.

Es sind die ganz kleinen Dinge, die das Leben reich und lebendig machen: Schwingungen, Emotionen, Farben und Gefühle. Dass man die alle hören kann, beweist das Omer Klein Trio bei den Weilburger Schlosskonzerten am Donnerstag, 4. Juli um 20 Uhr in der Unteren Orangerie. Die drei gehören mit ihren farbenprächtigen Kompositionen zur Speerspitze des melodischen Jazz, tanzbar, funky, humorvoll und ironisch. Man merkt sofort, dass es Omer Klein ein großes Anliegen ist, die Musik zu nutzen, um dem „näher zu kommen, was hinter der Welt verborgen liegt, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, um einen kleinen Blick hinter den Vorhang der Wirklichkeit zu bekommen“. Musik, die aus dem Nichts kommt, um eine sinnliche Freude  voller Energie und Eleganz zu schaffen. Es gibt noch Karten.

Ganz konsequent der Vielschichtigkeit des Programms verpflichtet ist der Intendant der Weilburger Schlosskonzerte, Stephan Schreckenberger, bei der Einladung der österreichischen Brass-Band Federspiel zum Konzert am Freitag, 5. Juli, um 20 im Renaissancehof vorgegangen. Als künstlerisches Schwergewicht bringt das siebenköpfige Ensemble federleichte Kompositionen auf die Bühne. Mit respektvollem Pioniereifer widmen sich die Musiker, die unlängst in der Elbphilharmonie zu hören waren, skandinavischen Sagenwelten, alpenländischen Bergketten, tanzen auf Ballettbühnen oder mit brachialer Deftigkeit auf dörflichen Holztanzböden, immer bereit, etwas Neues zu kreieren. Es gibt noch Plätze, auch Schönwetterkarten können reserviert werden.

Und noch einmal erste Sahne am Samstag, 6. Juli, um 20 Uhr in der Unteren Orangerie, dann findet das Premiumkonzert der Saison 2019 statt. Mit Sharon Kam, Klarinette, Ori Kam, Bratsche und Matan Porat, Klavier haben sich drei Weltklassemusiker zu einem Trio zusammengefunden. Bei Mozarts „Kegelstatt Trio“, Schumanns „Märchenerzählungen und Werken von Brahms und Debussy lässt sich die Nähe zu den Künstlern im besonderen Ambiente im historischen Gewächshaus der Weilburger Schlosses voll auskosten. Das Konzert ist ausverkauft.

Mit dem Weckruf „Auf, auf zur Jagd“ geht es in die Sonntagsmatinee am 7. Juli um 11 Uhr in der Oberen Orangerie. Vier Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung haben sich zu einem hochrangigen Quartett zusammengefunden und widmen sich drei berühmten Jagdquartetten der Musikliteratur. Aufsitzen und los geht’s. Das Konzert ist ausverkauft. 

Auch in diesem Sommer hat sich der „Tanz-Tee“ wie bei seinen Erfolgen in den Vorjahren auf der Favoritenliste wieder ganz nach oben gearbeitet. Am Sonntag, 7. Juli, ab 15 Uhr darf man bei Musik von „The Triplets“ mit dem Weilburger Lokalmatador Pit Grün wieder tanzen bis die Füße glühen, oder es sich in der Unteren Orangerie bei Kaffee, Kuchen und Tanzmusik richtig gut gehen lassen. Wer wider Erwarten doch einfach ruhig sitzen bleiben möchte, kann auch nur plauschen, den Tänzern zugucken und Kaffee trinken und einen schönen Nachmittag verleben. Musik, Kaffee, Kuchen sind inklusive. Es gibt noch Karten.

Das zweite Orchesterdebüt der Saison gibt die Kammersymphonie Leipzig, das Kammerorchester des MDR Sinfonieorchesters mit seinem Solo-Trompeter Bernd Bartels am Sonntag, 7. Juli um 19 Uhr unter freiem Himmel im Renaissancehof. Das zur Sommernacht passende, aufgelockerte Programm beginnt mit „Eine kleine Nachtmusik“ und kommt über festliche Trompetenklänge der italienischen Barockkomponisten Baldassari und Torelli zum Echokonzert von Vivaldi, um mit Dvořáks Streicherserenade der sommerlichen Atmosphäre entsprechend den Sommerabend zu beschließen. Es gibt noch Karten in allen Kategorien.

Kaum zu glauben, es ist schon bald Halbzeit in der Saison der Weilburger Schlosskonzerte 2019, die bis zum 3. August dauert. Wie gewohnt hat der Intendant der Internationalen Musikfestspiele, Stephan Schreckenberger, ein ganz breites Angebot quer durch alle musikalischen Genres zusammengestellt. Ein besonderes Herz für die Freunde der Gitarrenmusik zeigt er am Freitag, 28. Juni, um 20 Uhr mit dem Machado Gitarrenquartett in der Unteren Orangerie. Mit Ingo Veit, Perry Schack, Bernhard Prüflinger und Stefanie Kobras, stellen vier Gitarrenvirtuosen den Tango neben Klassik, Latino-Rhythmen neben Jazz und Pop. Mit ihrem spannenden Dialog wagen die vier eine Reise durch Stile und Epochen, kultivieren einen eigenen Ausdruck und gestalten eine mitreißende Tour de Force zwischen Beatles und Barock. Es stehen nicht mehr viele Plätze zur Verfügung.

Ein ganz besonderes Konzert steht am Samstag, 29. Juni um 20 Uhr auf dem Veranstaltungsplan, denn die Weilburger Schlosskonzerte haben das erste Mal bei einem der großen deutschen Musikwettbewerbe (Deutscher Musikwettbewerb) einen Sonderpreis vergeben, der neben einem Geldpreis auch ein Konzert bei den Festspielen enthielt. Die Preisträgerin ist Ioana Goicea, eine der herausragenden Geigerinnen der jungen Generation. Sie ist an diesem Abend mit der Staatskapelle Halle und deren neuer Chefdirigentin Ariane Matiakh zu Gast im Renaissancehof. Auf dem Programm steht das Violinkonzert von Mendelssohn in e-Moll und die 6. Sinfonie von Beethoven.
Außerdem ist das Konzert das erste Konzert, das durch die „Stiftung Weilburger Schlosskonzerte“ gefördert wird. Kein Wunder, dass das Konzert den Titel „Preisträgerkonzert der Weilburger Schlosskonzerte“ trägt, denn die Internationalen Musikfestspiele sind der Preisträger des vom renommierten Online-Klassikmagazin „Concerti“ deutschlandweit unter 256 Konzertveranstaltern und Orchestern   ausgeschriebenen Wettbewerbs „Wer hat das Publikum des Jahres 2018“. Es gibt nur noch wenige Karten in ausgewählten Kategorien, Schönwetterkarten können vorab reserviert werden.

„Klavier pur“ heißt die Matinee am Sonntag, 30. Juni um 11 Uhr in der Oberen Orangerie. Mit Nina Gurol und Julia Hermanski stellen sich nacheinander zwei junge Pianistinnen erstmals dem Weilburger Publikum vor. Mit Werken von Scarlatti, Mozart, Rachmaninoff, Schumann und Frank Zabels „Hommage an R. Schumanns Traumes Wirren“ haben die zwei ein komplexes Programm durch alle Epochen vorbereitet. Es gibt nicht mehr in allen Kategorien Karten.

Am Sonntagabend, 30. Juni um 19 Uhr erobern die Frauen die Bühne des Renaissancehofs, denn hier steht dann geballte Frauenpower mit einen Augenzwinkern einem Mauerblümchen gegenüber. Dort treffen sich unter freiem Himmel die renommierte Pianisten Ragna Schirmer, begleitet von der Staatskapelle Halle und deren Chefdirigentin Ariane Matiakh. Mehr Frauenpower geht nicht? Und ob! Auf dem Programm steht das Klavierkonzert Nr. 7 in a-Moll von Clara Schumann, das sie als Jugendliche im Alter von etwa 15 Jahren geschrieben hat. Da Kompositionen von Frauen zu der Zeit etwas so Ungewöhnliches waren, erklärte sich ein zeitgenössischer Musikkritiker außerstande, dem Werk eine ernsthafte Kritik angedeihen zu lassen. Wer heute dieses Konzert hört, weiß sofort, dass hier ein echter Schatz über die Jahrhunderte bewahrt worden ist und kann sich freuen, dass es auf dem Programm steht. Ganz andere Töne schlägt Ludwig van Beethovens 4. Sinfonie im zweiten Konzertteil an, die oft als Mauerblümchen bezeichnet wird, da sie nicht häufig aufgeführt wird. Das sei aber völlig zu Unrecht so, meint Stephan Schreckenberger, Intendant der Weilburger Schlosskonzerte. Der Komponist selbst, bezeichnete sie als „schlanke Maid“ mit kraftvollen Zügen. Die Zuhörer heute lieben den Spannungsbogen ihrer vier Sätze mit ausgewogenen Kräfteverhältnissen, mit denen der Komponist sicher noch nicht auf die Kräfteverhältnisse zwischen Frauen und Männern anspielen wollte. Es gibt noch Karten.

Die Festspielresidenz Weilburg trägt ihren Namen zurecht. Auch in der vierten Konzertwoche der Weilburger Schlosskonzerte 2019 wartet ein farbenfrohes Programm auf alle Musikfreunde.

Mit „Tango“ meldet sich die Sonne des Südens am Freitag, 21. Juni, um 20 Uhr im Renaissancehof des Weilburger Schlosses zur Stelle. Das preisgekrönte „Xenon Saxophonquartett“ mit Lukas Stappenbeck, Sopran-Saxophon, Anže Rupnik, Alt-Saxophon, Adrian Durm, Tenor-Saxophon und Benjamin Reichel, Bariton Saxophon kennt man aus dem Konzertprogramm der Weilburger Schlosskonzerte des letzten Jahres. In diesem Sommer mischen die vier nicht nur die Kammermusikszene auf. Sie haben Sergey Markin, Klavier und Krisztián Palágy, Akkordeon als Verstärkung mitgebracht und sich ganz dem Tango verschrieben. Es wird garantiert heiß im Renaissancehof, wenn die sechs Musiker loslegen und pure Energie ausbricht. Es gibt noch Karten.

Ein Dauerbrenner ist aus dem Programm der Weilburger Schlosskonzerte seit Jahren nicht weg zu denken: Am Samstagabend, 22. Juni, um 20 Uhr sind „Die vier Jahreszeiten“ wieder am Start. Auch in diesem Sommer wird das wohl berühmteste Werk der Barockmusik wieder von den Dresdner Kapellsolisten unter der Leitung von Helmut Branny im Renaissancehof interpretiert. Antonio Vivaldis musikalische Beschreibung des Jahresablaufs schildert sanfte Winde, heftige Stürme und Gewitter. Dazu kommen Vogelstimmen, Hundegebell, Jagdszenen, Bauerntanz, Schlittschuhlauf und der schwere Schlaf des Betrunkenen nach dem Fest. Das Ensemble der Elbflorenz ist erklärter Liebling des Weilburger Publikums und hat seine Zuhörer mit der Interpretation von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ bereits mehrfach zu Standing Ovations gebracht. Mit dem berühmten Kanon von Pachelbel und „La Battaglia“ von Biber stehen drei Flaggschiffe der Barockmusik vereint auf dem Programm, wenn das kein Grund zum Hingehen ist. Außer Schönwetterkarten gibt es kein sehr großes Kartenangebot mehr.

Der „König der Balladen“ ist in der Matinee am Sonntag, 23. Juni um 11 Uhr in der Oberen Orangerie zu hören. Johannes Martin Kränzle, Bariton widmet sich, begleitet von Hilko Dumno am Klavier, den legendären Balladen von Carl Loewe, jede Ballade erzählt eine eigene Geschichte. Wenn Johannes Martin Kränzle sie singt, wird daraus fast so etwas wie eine kleine Oper. Es stehen nicht mehr viele Karten zur Verfügung.

Achtung, Kinder, aufgepasst! Das zweite und letzte Kinderkonzert der Konzertsaison 2019 wartet am Sonntag, 23. Juni um 16 Uhr in der Unteren Orangerie auf kleine Besucher und ihre Begleitung. Das Barrios Guitar Quartet, eines der renommiertesten Ensembles der klassischen Gitarrenwelt bringt - völlig ohne Verstärkung - nicht nur die Kinder zum Staunen. Bei ihrer „Reise um die Welt“ nehmen die Musiker auf sehr kurzweilige Art Kleine und Große mit auf eine Reise durch ferne Länder und musikalische Welten, von flotten tänzerischen bis zu meditativen Klängen. Es stehen noch einige Plätze für Kinder ab fünf und Erwachsene zur Verfügung.

„Grieg!“ verkündet das Programmbuch der Weilburger Schlosskonzerte für das Konzert am Sonntag, 23. Juni, um 19 Uhr im Renaissancehof. Nicht nur Norwegen-Fans werden von dem Programm begeistert sein, wenn die Staatskapelle Weimar zusammen mit Sofja Gülbadamova, Klavier, Auszüge aus den Peer-Gynt-Suiten sowie das Klavierkonzert in a-Moll des Norwegers Edvard Grieg spielen. Als weiteres Sahnehäubchen steht die 2. Sinfonie von Brahms nach der Pause auf dem Programm. Es gibt noch Karten in ausgewählten Kategorien und Schönwetterkarten. 

Wer sich noch nicht für ein Konzert entschieden hat, dem wird die Auswahl am 3. Konzertwochenende der Weilburger Schlosskonzerte 2019 nicht leicht gemacht.

Es beginnt am Freitag, 14. Juni, und am Samstag, 15. Juni, jeweils um 20 Uhr im Renaissancehof mit den Konzerten der Neuen Philharmonie Westfalen, einem der drei Orchester, die in diesem Jahr zum ersten Mal in Weilburg gastieren. Gleich als erster Orchester-Neuzugang beweisen die Westfalen unter dem international gefragten Dirigenten Olivier Tardy ihre Wandlungsfähigkeit. Das größte Orchester NRWs spielt am Freitagabend mit dem Ensemble „Uwaga!“ ein irrwitziges Crossover, das mit Bach, Mozart und Tschaikowsky beginnt und im neuen Gewand dann allen richtig einheizt. „Uwaga!“ ist übrigens polnisch und heißt so viel wie „Achtung!“. Dieses „Uwaga!“ findet auch auf polnischen Straßenverkehrszeichen Beachtung, die auf Schlaglöcher hinweisen. Ein treffender Name für die fünf Musiker, die für musikalische Erdbeben sorgen. Mozart wäre begeistert gewesen. Für dieses Konzert gibt es noch Karten.

Bei ihrem Konzert am Samstag hat sich das Orchester mit Lise de la Salle, Klavier, eine hochrangige Pianistin, deren Urgroßmutter bereits mit Tschaikowsky konzertiert hat, an seine Seite gestellt. Sie zählt aus früheren Konzerten in Weilburg zu den Publikumslieblingen der Festspielresidenz an der Lahn. Das Konzert beginnt mit der Chopin Ballade Nr. 4 für Klavier solo. Nach Robert Schumanns Konzert a-Moll für Klavier und Orchester folgt Brahms Sinfonie Nr. 1. Für beide Konzerte können auch noch Schönwetterkarten für die geplante Aufführung unter freiem Himmel reserviert werden. Sie werden erst beim Abholen an der Konzertkasse bezahlt, wenn feststeht, dass das Konzert tatsächlich draußen stattfinden kann.  

Die in jedem Jahr immer wieder umwerfende Reaktion auf den Poetry-Slam hat den Veranstalter animiert: „So etwas machen wir in 2019 erneut“ hat Stephan Schreckenberger, Intendant, schon in 2018 angekündigt. Der diesjährige Dichterwettstreit findet am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr in der Unteren Orangerie bei Classical Freestyle, der jungen Linie der Weilburger Schlosskonzerte, statt. Auch diesmal war die junge Generation bei der Auswahl der Veranstaltung am Ruder und hat mitgewirkt, ein Poetry Slam auf die Bühne zu stellen. Slamer jeden Alters melden sich mit Texten über die Liebe, das Leben, mit tiefgründigem Wortwitz, absurder Komik oder auch mal gesellschaftskritisch zu Wort und möchten im Dichterwettstreit das abendliche Votum des Publikums für sich entscheiden. Moderiert wird der Abend ganz ohne Musik von Phriedrich Chiller. Der Künstlername öffnet doch direkt der Phantasie die Tür. Wer im Voraus planen kann: Jetzt gibt es noch Karten.

Bei „Vier mal Vier“ geht es in der Matinee am Sonntagmorgen, 16. Juni, um 11 Uhr in der Oberen Orangerie nicht um Kopfrechnen. Das Ensemble „Prisma“ mit Elisabeth Champollion, Blockflöte, Franciska Anna Hajdu, Violine, Dàvid Budai, Viola, und Alon Sariel, Mandoline, widmet sich der Umsetzung der Vier Winde Notos, Euros, Boreas und Zefiro aus der griechischen Mythologie in außergewöhnlich farbenfrohe Musik aus dem 16. Und 17. Jahrhundert. Den Abschluss der jeweiligen Jahreszeiten, bildet eine Zusammenstellung der virtuosesten, ausdrucksvollsten Variationen berühmter barocker Tänze, wie der Ciaccona, der Mantovana oder der Tarantella. Können auf höchstem Niveau sorgt mit Jahrhunderte alten Tönen für ganz moderne Gefühle. Es gibt noch Karten.

Für Gefühlseruptionen sorgt auch „A Tribute to Frank Sinatra“ (Sonntag, 16. Juni, 19 Uhr) unter freiem Himmel im Renaissancehof, wenn die Luxemburger Spuerkees-Bankers mit dem Lokalmatador Peter Grün Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr.und die Zeit der Gangsterclans und Prohibition auferstehen lassen. Die Jungs werden von Caroline Mhlanga und ihrer warmen ausdrucksstarken Stimme mit kräftigem Soultimbre bei powervollen Songs und gefühlvollen Balladen unterstützt. Explosive Bühnenpräsenz trifft natürlichen Charme und der heiße Draht zum Publikum glüht sofort. Es stehen aktuell nicht mehr viele Plätze zur Verfügung.

Die Saison der Weilburger Schlosskonzerte 2019 hat begonnen. Am Freitag, 7. Juni, startet das zweite Konzertwochenende in der barocken Festspielstadt Weilburg, die so malerisch in der Lahnschleife liegt, um 20 Uhr in der Oberen Orangerie sehr humorvoll mit „Nagelritz und die Drei-Seemeilen-Kapelle“. Dirk Langer, alias Nagelritz, liefert jede Menge Seemannsgarn, Fische, Frauen, Fangquoten, Alltäglichkeiten wachsen zu haarsträubenden Geschichten aus, bei denen Joachim Ringelnatz mit sehnsüchtig bis frivolen Texten Pate gestanden hat. Wenn die Kapelle auftritt, singt Nagelritz mit Bandbesetzung, aber leider ohne Band, denn die ist beim Landgang im Hafenviertel verschollen, so dass er gezwungen ist, nicht nur das Schifferklavier sondern auch alle anderen Instrumente selbst zu spielen. Wer Nagelritz von seinem Auftritt vor völlig ausverkauftem Haus bei den Weilburger Schlosskonzerten 2017 erlebt hat, weiß: Sein Blick auf die Dinge ist verspielt, humorvoll, bisweilen absurd und macht einfach Spaß. Zwerchfelltraining de luxe. Es gibt noch Plätze in allen Kategorien.

„Das schönste Violinkonzert von allen“, so lautet der Tipp des Intendanten Stephan Schreckenberger im Programmbuch der Weilburger Schlosskonzerte 2019 zum Konzertprogramm am Samstag, 8. Juni, um 20 Uhr im Renaissancehof. Zu Gast sind dann Yury Revich, Violine, und das Göttinger Symphonieorchester unter seinem Dirigenten Nicholas Milton. Revich ist einer der ganz großen jungen Geiger. Bereits mit Mitte zwanzig hat er zahlreiche hochkarätige Musikpreise abgeräumt, darunter auch den Echo Klassik 2016 in der Kategorie „Nachwuchskünstler des Jahres“. Unter freiem Himmel im Renaissancehof sind die „Tänze aus Galanta“ von Kodály, die Sinfonie Nr. 8 von Dvořák und eben jenes viel geliebte Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch zu hören. Auch hier gibt es noch Konzertkarten.

Mit dem „Eliot Quartett“ ist am Sonntag in der Matinee um 11 Uhr ein klassisches Streichquartett in der Oberen Orangerie zu erleben. Maryana Osipova und Alexander Sachs, Violine, Dmitry Hahalin, Viola und Michael Preuss, Violoncello widmen sich Werken von Ernest Bloch, dem Streichquartett e-Moll von Mendelssohn-Bartholdy und dem Streichquartett Nr. 1 F-Dur von Ludwig van Beethoven. Das Konzert, das mit Unterstützung des Deutschen Musikrats stattfindet, wird vom Hessischen Rundfunk aufgezeichnet, deshalb werden die Besucher ganz besonders gebeten, Ihre Plätze pünktlich einzunehmen. Es gibt noch einige Plätze.

Ein wahres Feuerwerk an guter Laune, etwas Slapstick und halsbrecherische Minimalinterpretationen liefern dreistimmig singend, mit Netzstrümpfen und falschen Wimpern die drei Damen der „Zucchini-Sistaz“ mit ihrer „Gemüsikalischen Unterhaltungskunst“ und Musik der goldenen Swing Ära bis zu den 50er Jahren am Sonntag, 9. Juni, um 19 Uhr in der Unteren Orangerie. Das Konzert ist ausverkauft.

„SSälawih“ – oder „So ist das Leben“, einerlei, ob französisch oder hessisch, Ulrike Neradt und Klaus Brantzen, beide Gesang, und Jürgen Streck am Flügel widmen sich am Pfingstmontag, 10. Juni um 11 Uhr in der Oberen Orangerie mit viel Vergnügen Tucholsky zum Vergnügen. Ulrike Neradt hat Bleibendes, Typisches und viel Heiteres von einem großen Schriftsteller, der tiefen Ernst mit Scherz und Witz übertönt, zusammengetragen. Das Konzert ist ausverkauft.

Es ist wieder soweit, es wird Sommer in der barocken Festspielresidenz Weilburg an der Lahn, wenn die Weilburger Schlosskonzerte ihre 47. Konzertsaison am 31. Mai um 20 Uhr in der Schlosskirche eröffnen. 52 Konzerte, so viele wie noch nie, finden bis zum 3. August in alleroberster Liga zwischen Barock und Kleinkunst in mittlerweile sechs verschiedenen Spielstätten statt.

Beim Eröffnungskonzert der Bochumer Symphoniker am Freitag, den 31. Mai unterwirft sich keiner der Autorität des Taktstocks. Wenn ein Orchester ohne Dirigent musiziert, sind die Ohren noch viel gespitzter, man ist Solist unter Solisten, führt und lässt sich führen. Häufig wird im Stehen musiziert, so, dass die Bochumer Symphoniker als „BoSy pur“ und mit Werken von Haydn, Mozart und Beethoven ein ganz besonders authentisches Konzerterlebnis versprechen. Es gibt nur noch wenige Restkarten.

„In den höchsten Tönen“ – unter diesem Titel ist Bejun Mehta, Countertenor, zusammen mit dem hr-Sinfonieorchester am Samstag, 1. Juni um 20 Uhr im Renaissancehof unterwegs. Bei Arien von Georg Friedrich Händel und Sinfonien von Haydn und Mozart verzichten die Musiker auch diesmal auf einen Dirigenten und vertrauen auf die Leitung des Solisten. Bejun Mehta ist einer der ganz Großen seines Fachs. Wenn der ein oder andere seinen Namen mit dem des Dirigenten Zubin Mehta in Verbindung bringt, liegt er ganz richtig, denn das ist sein Großonkel, familiäre Vorprägung inklusive. Es gibt noch einige Karten.

Zeitgleich findet am Samstag, 1. Juni um 20 Uhr in der Unteren Orangerie die „Irish Night“ mit der irischen Band „Four Winds“ statt. Es ist das Konzert der Weilburger Schlosskonzerte 2019, das als allererstes im Vorverkauf ausverkauft war.

So unterschiedlich Brüder auch sein können, das Geschwister Duo mit Niklas Liepe, Violine, und Nils Liepe, Klavier beweist in seiner Sonntagsmatinee am 2. Juni um 11 Uhr in der Oberen Orangerie eine Verschmelzung, deren Homogenität sicherlich an brüderlicher Bindung liegt, eine  Intuition, die sich in glühender Emotionalität äußert. Neben Werken von Schubert und Beethoven bietet das Konzert die Möglichkeit sich musikalisch den Kompositionen des türkischen Klassikstars und Bürgerrechtlers Fazıl Say zu nähern, zu dessen bekanntesten Werken die Jazz Fantasie nach Mozarts „Alla Turka“ gehört. Die Verwendung Elemente türkischer Folklore sorgt für melodische, mitreißende Momente, die in spannendem Kontrast zu den klassischen Werken stehen.

Parallel zu dieser Matinee findet das Konzert von Matthias Schlubeck, Panflöte und Isabel Moretón, Harfe, in der Alten Hofstube statt. Auch dieses Konzert ist ausverkauft.

Beim Kinderkonzert am Sonntagnachmittag, 2. Juni, um 16 Uhr in der Unteren Orangerie, „Aufregung im Königreich“ gibt es dagegen noch freie Plätze für Kinder und ihre Begleitung. Wenn Celine Bräunig, Tanz, als Statue und Primaballerina, Ib Hausmann als Pierrot, der nur mit der Klarinette sprechen kann und der Hofmusikus Christoph Ullrich am Klavier sich mit einer kreativen Geschichte spielerisch und humorvoll mit der Beziehung zwischen Tanz und Musik auseinandersetzen, werden Kinderaugen ganz groß.

Giora Feidman, weltweit gefeierter Klarinettenvirtuose und Inbegriff des Kletzmer, eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte, lässt die traditionelle osteuropäische Musik mit den Stilrichtungen von Jazz, Klassik und Tango in seinem Konzert am Sonntag, 2. Juni um 19 Uhr in der Schlosskirche verschmelzen. Dabei ist ihm das Gershwin-Quartett, das hier mit von der Partie ist, mit seinem Primarius und Namensgeber dem Violinvirtuosen Michael Gershwin seit seiner Gründung ein kongenialer Partner. Es gibt noch Karten in ausgewählten Kategorien.

In wenigen Wochen ist es soweit, die 47. Weilburger Schlosskonzerte sind fast am Start. Der Count-down läuft, die Vorbereitungen für die über 50 Konzerte laufen im Konzertbüro in der Schlossstraße auf vollen Touren, die Sonne holt schon Schwung, um ebenfalls für den Saisonstart gerüstet zu sein, wenn am Freitag, 31. Mai 2019 die Türen für das Eröffnungskonzert offen stehen. Stephan Schreckenberger, der Intendant der Festspiele, hat ein großes Programm mit vielen Höhepunkten für den Sommer gestaltet.

Überall in Weilburg wird für die vielen Besucher in der Altstadt gerüstet. Unvergessliche Momente entstehen bei Kontakten zwischen Künstlern und Gästen beim unverhofften Aufeinandertreffen im Schlossgarten oder im Restaurant. Das macht die Musikfestspiele in der barocken Residenz unwiderstehlich.

Der ganz besondere Charme der Weilburger Schlosskonzerte liegt auch im Einsatz der jugendlichen Helfer, die mit großem Engagement schon immer dazu beigetragen haben, das Festival zu dem zu machen, was es ist. Ehemalige Helfer, die immer noch in regelmäßigem Kontakt zu den Festspielen stehen, erzählen gerne, wie sehr hier ihre persönliche Entwicklung gefördert wurde und das Festival zu einem unvergesslichen Baustein auf ihrem Weg zum Erwachsenendasein geworden ist. Da ist das Taschengeld, das sich verdient werden kann, fast nebensächlich.

Auch für die Saison 2019 werden wieder neue Helfer gesucht, da in jedem Jahr durch das Wegziehen der Abiturienten des Vorjahres Lücken entstehen.

Für Samstag, 25. Mai laden die aktuell tätigen Helfer alle neuen ein, sich um 9 Uhr im Schlosshof live und direkt vor Ort über das zu informieren, was in der kommenden Saison auf sie wartet. Auch wer sich bis dahin noch nicht angemeldet hat, kann bei diesem Treffen noch einsteigen. Die Spannung steigt dann noch einmal, wenn am 25. und 26. Mai alle Spielstätten bühnenreif gemacht werden, damit Orchester, Dirigenten und jede Menge Musiker ab 31. Mai nahezu 30.000 Menschen in Weilburg begeistern können. Nähere Informationen gibt es bei Judith Richter (richter@weilburger-schlosskonzerte.de oder 0 64 71-94 42 16).

Ganz ohne Dirigenten eröffnen die Bochumer Symphoniker die 47. Festspielsaison der Weilburger Schlosskonzerte am Freitag, den 31. Mai 2019 um 20 Uhr in der Schlosskirche und verzichten auf Taktstock und Podest, um sich ganz aufeinander zu konzentrieren. Mit dem Saisonauftakt beginnt eine Reise von Klassik über Barock und Romantik durch fast alle musikalischen Genres bis zur „Letzten Nacht“ am 3. August. Besonders schön ist dabei die Vielfalt, die auch Kabarett, Jazz und Fado und Flamenco einschließt. Giora Feidman und das Gershwin Quartett kommt mit viel Charme (So. 2.6., 19 Uhr), die Neue Philharmonie Westfalen heizt dem Publikum zusammen mit dem jungen Ensemble „Uwaga!“ (Fr. 14.06., 20 Uhr) richtig ein. Zwischen allen musikalischen Perlen fällt die Veranstaltung der jungen Linie „Classical Freestyle“ für junge Erwachsene aus dem Rahmen: Der „Poetry Slam“ kommt nämlich ganz ohne Musik aus.
Ein hochkarätiges Trio mit Sharon Kam, Klarinette, Ori Kam, Bratsche und Matan Porat, Klavier, ist beim Premiumkonzert in der Unteren Orangerie (Sa. 06.07., 20 Uhr) ganz hautnah zu erleben. Hierfür gibt es nur noch Restkarten.
Unter den neuen Orchestern, die zum ersten Mal in Weilburg konzertieren, ist die Kammersymphonie Leipzig, das Kammerorchester des MDR Sinfonieorchesters, mit einem Barockprogramm vom Feinsten So. 07.07. 19 Uhr). Einen zusätzlichen Reiz bekommt das Programm durch „Schlosskonzerte unterwegs“ am Freitag, 19. Juli. Dabei geht es ins benachbarte Limburg, um dort vor der Kulisse des mächtigen Doms „With Pomp and Circumstance“ und den Nürnberger Symphonikern die Atmosphäre der legendären Londoner Sommerkonzerte zu erleben.

Das Kartenbüro der Weilburger Schlosskonzerte hat in den letzten Wochen mit aufgestocktem Personal auf Volldampf gearbeitet, um alle Kartenbestellungen, die nach dem Versand der Programme Ende Dezember eingetroffen sind, in der Reihe ihres Eingangs chronologisch abzuarbeiten. „Dabei sind zurzeit bereits zwei Konzerte bis auf den letzten Platz ausverkauft: „Panflöte und Harfe“ und „Irish Night“, sagt Miriam Kunz, Geschäftsführerin der Weilburger Schlosskonzerte. „Für den, der in der Auswahl der Plätze ein bisschen flexibel ist, gibt es bei allen anderen Konzerten noch Platzangebote. So regt sie an, schnell zum Telefon zu greifen, denn der Telefonverkauf beginnt in diesem Jahr so früh wie nie zuvor. Am Montag, 11. März ist es soweit, die telefonische Beratung rund um mögliche Plätze oder das Konzertprogramm kann in Anspruch genommen werden. Wer jetzt schnell ist, hat die größte Auswahl. Ostergeschenke wie Konzertkarten, Gutscheine oder auch CDs lassen sich so gut planen.
Die Phase, in der ausschließlich schriftlich Konzertkarten geordert werden konnten, um den Ansturm zu bewältigen, ist nun vorbei.

Bis zum 1. April haben die Mitglieder der Weilburger Schlosskonzerte die Möglichkeit, Konzertkarten unverbindlich reserviert zu halten. Das Privileg wird immer sehr eifrig genutzt, aber gegen Ende dieser Reservierungsfrist werden manche dieser Karten doch nicht gebraucht und stehen wieder im freien Verkauf zur Verfügung. So kann es sein, dass es für Konzerte und bestimmte Kategorien, die schon lange ausverkauft waren, dann wieder Kontingente gibt.
Karten und Informationen rund um die gesamte Saison gibt es unter Weilburger Schlosskonzerte, Schlossstr. 3, 35781 Weilburg, Tel. 0 64 71 – 94 42 10 oder -11,  Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr oder jederzeit unter www.weilburger-schlosskonzerte.de  

Eine Riesenbegeisterung bricht im Büro der Weilburger Schlosskonzerte los, als das Telefon klingelt und „Concerti“ gegen Mittag anruft. Damit ist es offiziell: das Publikum der Weilburger Schlosskonzerte wurde final im nationalen Wettbewerb von Concerti zum „Publikum des Jahres 2018“ gekürt. Concerti ist das auflagenstärkste Klassik-Online-Magazin Deutschlands, mit einer darüber hinaus gehenden Printausgabe von 150.000 Exemplaren.

Bereits im Dezember hatte es das Publikum der Internationalen Musikfestspiele geschafft, sich per Votum mit 9 weiteren aus insgesamt 256 Veranstaltern auf eine Shortlist zu katapultieren, aus der am 21. Februar in Potsdam von einer 10köpfigen Jury unter dem Vorsitz des renommierten Bratschisten Nils Mönkemeyer, Mitgliedern des Deutschen Musikrats und der Deutschen Orchestervereinigung, final der Sieger gekürt wurde. Stephan Schreckenberger, Intendant der Weilburger Schlosskonzerte bringt es nach dem Telefonat mit „Concerti“ auf den Punkt:
"Wir sind gerührt, zutiefst dankbar und auch ehrlich begeistert, dass die Weilburger Schlosskonzerte es geschafft haben zu überzeugen. Denn dass das Publikum ein wirklich wundervolles ist, das wissen wir ja, aber dieses auch einer Jury mitzuteilen und die vielen Emotionen zu transportieren war gar nicht so einfach! Darüber ist auch unser Team noch einmal sehr gewachsen und hat sich auf ganz besondere Weise neu gefunden. Auch wir haben unser Publikum von einer neuen Seite entdeckt und sind einfach richtig ergriffen von so viel Engagement!“

Es gab keine Vorgabe, in welcher Form die Veranstalter belegen mussten, warum ihr Publikum so herausragend ist. Das Team der Weilburger Schlosskonzerte entschied sich, für seine Bewerbung unterschiedliche Medien zu nutzen, um ihr Publikum vorzustellen.

Daraus ergab sich eine grandiose Teamarbeit: Judith Richter entwarf erst einmal eine Konzept, wie man die vielen Informationen, Bilder, Erinnerungen und Emotionen überhaupt umsetzen kann, Astrid Fried (eigentlich im Kartenbüro) arbeitete sich durch den Bilderdschungel aus 46 Jahren Schlosskonzerte und Barbara Kemperdiek hatte die Aufgabe, aus Infos und langen Publikumsbriefen einen leidenschaftlichen Auftritt des Weilburger Publikums zu formulieren.

Daraus entstand ein großes Paket, gefüllt mit einem Steckbrief der Weilburger Schlosskonzerte, der bereits einen kurzen Überblick bieten sollte, einem hochemotionalen Bildband und einem zweiten Album mit Erinnerungen, die das Publikum zur Verwendung eingeschickt hatte und natürlich Statements der Mitarbeiter der Schlosskonzerte. Videos der begeisterten Konzertbesucher wurden per Stick mit in das Paket gegeben, ebenso wie weitere Filmaufnahmen aus der Geschichte der Schlosskonzerte. So konnte auf vielfältige Weise die Liebe des Publikums zu den Weilburger Schlosskonzerten „transportiert“ werden. Die Jahrespraktikantin Miriam Kops, selbst seit einigen Jahren Helferin im Sommer, entschied sich, die generationenübergreifende Verbindung zu den Schlosskonzerten in Familienplakaten darzustellen.

Bis alles fertig war, ging es im Büro der Weilburger Schlosskonzerte hoch her: Das Archiv wurde regelrecht gefilzt und viele „alte Bekannte“ drängten in Form von Bildern und Zeitungsberichten ins Licht. Alle drei aus dem Team haben als jugendliche Helfer ihren ersten Kontakt zu den Weilburger Schlosskonzerten gehabt und sind nie mehr davon losgekommen.

All das wäre natürlich ohne die Mitarbeit des Publikums, das außerdem handgeschriebene Texte, E-Mails, Gedichte und alte Fotos nach einem Aufruf durch Newsletter und Presseberichterstattung zur Verfügung stellte, nicht möglich gewesen.

Klar, dass ein solches Paket, das mit so viel Herzblut entwickelt wurde, einen ganz besonderen Transport verlangt. Die Geschäftsführerin Miriam Kunz entschied spontan, nichts dem Zufall zu überlassen und schickte das Team mit der Sammlung kleiner und großer Gesten, die so voller Emotionen steckt, höchstpersönlich zu „Concerti“ nach Hamburg. Schnell waren Bahnfahrkarte und Hotelübernachtung für eine erfolgreiche Reise, der die drei in ihrer Begeisterung so etwas wie Klassenfahrtscharakter bescheinigen, in Richtung Norden gebucht. Obwohl sich der Besuch in der  „Concerti“-Redaktion schon vielversprechend anfühlte, war doch das gesamte Team der Weilburger Schlosskonzerte restlos begeistert, als die finale Entscheidung erfolgte.

Jetzt winken den Weilburger Schlosskonzerten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 EUR für ihre Nachwuchsarbeit und ein Empfang für das gesamte Publikum bei einem Konzert, das noch ausgesucht werden muss. Da rücken neue Aufgaben in den Blickwinkel, denen sich das gesamte Team der Weilburger Schlosskonzerte gerne stellt.